I’m sorry for writing this entry in German – but I had to write a report for the organisation which is financing my stay in Burundi, and in fact, I promised my family at home to write occasionally in German, so I decided to post this right away…
Im Nachhinein frage ich mich, wieso ich erst so spät Urlaub genommen habe. Nach dem zweiwöchigen Urlaub in Uganda, den ich zusammen mit einem Freund aus Deutschland vebracht habe, sprühe ich vor Energie, bin voller Tatendrang. Ich weiß mittlerweile wo ich stehe, was meine Aufgaben sind und wie ich die von mir anvisierten Projekte umsetzen kann. Es hat gut getan, Abstand zu gewinnen, von dem Leben hier, das aufgrund unserer Wohnsituation 24 Stunden von unserer Arbeit bestimmt wird, andere Dinge zu sehen, neue Menschen zu treffen. Vor allem aber hat es mir auch gut getan, mich mit jemandem von Zuhause auszutauschen. Zu erst mit meiner Freundin Anna, die für 10 Tage im März da war, dann mit meinem Kumpel Benni, der mich für drei Wochen besucht hat. Sich mit Menschen auszutauschen, die mich als die Person kennen, die ich war bevor ich hierher nach Burundi kam und mich hier von neuem kennengelernt haben. Vertraute, die meine Probleme, Ängste, meine Rolle hier deshalb nun ein bisschen mehr verstehen als die Daheimgebliebenen. Freunde, die Erlebnisse aus dem damals und dem Jetzt mit mir teilen. Nach der Abreise meines Kumpels begann ich umgehend mit den Vorbereitungen für das Malprojekt in unserem Straßenkinderheim „Centre Birashoboka“ . Ich hatte zuvor Spenden in Deutschland gesammelt, um die Wände für das Heim zusammen mit den Jungen zu streichen. Dazu wollte ich einen Malwettbewerb starten, an dem alle Kinder teilhaben und anschließend selbst die besten Bilder prämieren, welche letzendlich dann auch die Wände schmücken sollen. Davor musste ich jedoch feststellen, dass die Wände alle sehr schlecht verputzt waren, man förmlich eine Schutzbrille brauchte, wenn man mit der Hand über die Mauer strich und einem nicht nur Staub sondern auch Schutt entgegen kam. Also beschloss ich die Wände zunächst neu zu verputzen, damit die Farbe besser hält und die Kinder länger etwas davon haben. Wir besorgten die dazu notwendigen Utensilien in mehrfacherer Ausführung und begaben uns mithilfe eines Maurers, den man sozusagen pro Tag für umgerechnet 2,50 € bei einer Arbeitszeit von acht Stunden mieten kann, an die Arbeit. Das Zusammentrommeln der Jungs gestaltete sich schwieriger als gedacht, da sie nicht verstanden, wieso sie mit anpacken sollen, wenn doch jemand genau für diese Arbeit bezahlt wird. Vielleicht dachten sie sogar, dem Maurer seine Arbeit streitig zu machen. Schließlich halfen jedoch vor allem die Kleinen beim Anmischen des Zements und die Größeren beim Verputzen. Wir schauten uns die Technik vom Meister an und versuchten ihn zu imitieren. Einige von den Jungen waren sehr geschickt, andere gaben sich weniger Mühe. Ich für meinen Teil hatte den Dreh erst gut eine Woche und drei Mauerermeister später raus. Jede einzelne Maurermeister hatte seine persönliche Verputztechnik, aus denen ich dann die für mich ideale Technik zusammensetzte. Dass die Maurermeister fast täglich wechselten lag daran, dass manche von ihnen am nächsten Tag einfach nicht mehr zur Arbeit erschienen, sie nicht mehr aufzufinden waren und wir dann einen anderen „anstellen“ mussten. Wieso tauchten sie nicht mehr auf? Vielleicht fühlten sie sich von einem Muzungu („weißer Mensch“), also mir, unterbezahlt, denn ich war nicht bereit das Dreifache zu zahlen, da es zum einem nicht in meinem Budget war, zum anderen wollte ich sie nicht überbezahlen, ohne zu wissen wie gut die Männer arbeiten. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich ihnen nicht mehr gezahlt habe, da einige Fuscher darunter waren, die umgehend aufgehört haben, sobald ich vor Feierabend gehen musste bzw. erst gar nicht angefangen haben bis ich da war und ein Auge drauf hatte. Die Jungs waren ziemlich beeindruckt, dass ich selbst mit angepackt und stundenlang ohne Pause gearbeitet habe. Ich wollte ihnen demonstrieren, dass kein Mensch bin, der gerne andere für sich arbeiten lässt, der auch mal gerne selbst anpackt, dazulernt und dass es vor allen Dingen Spaß machen kann zusammen aktiv zu werden und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Nachdem alle Wände verputzt waren, musste ich zunächst mit meiner Mitfreiwilligen Johanna auf das Zwischenseminar nach Ruanda. Leider hatten wir uns von dem Seminar mehr versprochen als dabei herum kam, was hauptsächlich an dem Zeitpunkt lag, denn nach 9 Monaten in Burundi hat man seinen Weg gefunden mit Problemen umzugehen. Nichtsdestotrotz haben wir viel dazugelernt, über das Land, den Genozid, AIDS, die Arbeit der Freiwilligen dort usw. Nach dem Seminar begaben sich Johanna und ich noch auf eine einwöchige und sehr beeindruckende Reise durch Ruanda. Die Sehnsucht nach unserem neuen Zuhause war währenddessen jedoch so groß, dass wir es gar nicht abwarten konnten nach Burundi zurück zu kehren. Die Kinder in den Heimen empfingen uns am Tag unserer Rückkehr Freude strahlend und waren allesamt froh uns wieder zu haben, denn wir sind mittlerweile ein Teil der Familie, große Schwestern. Es war auch schön, Catherina, die neue Freiwillige, die eine Woche vor unserer Abreise ankam, wieder zu treffen. Ich bin sehr froh, dass sie zu unserer Gruppe dazugestoßen ist und uns endlich jemand zur Seite steht, der pädagogisch was auf dem Kasten hat, mit uns zusammen in den Heimen arbeitet und uns ganz neu motiviert. Solch ein Mensch hat uns die ganze Zeit über gefehlt.
Zusammen mit ihr arbeite ich auch im Mutter-Kind-Heim, worüber nicht nur ich sondern auch sie heilfroh ist, denn alleine dort ist es sehr schwierig die Mädchen und die Kinder in den „Griff“ zu bekommen und Projekte anzugehen.
Ein langfristiges Projekt dort ist eine Modenschau, für die jede Einzelne ein „Outfit“ entwerfen soll, was zur Förderung der Kreativität und auch zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Mädels beitragen soll. Als Belohnung sollen die von ihnen angefertigten Stücke bei der 10-Jahres-Feier unserer Organisation präsentiert werden.
Seitdem ich aus Uganda zurück bin, habe ich das Gefühl so viel mehr zu erleben, als in den ganzen 9 Monaten Aufenthalt zusammen. Ich bekomme nochmals ganz andere Eindrücke von Burundi, unvergessliche.
Es sind nur noch 2 Monate, bis zur Abreise. Ich freue mich sehr, meine Familie und Freunde wieder in den Arm nehmen zu können, andererseits weiß ich auch, dass mir der Abschied hier ziemlich schwer fallen wird. Ich wünsche mir in den letzten acht Wochen nicht zu oft daran denken zu müssen und die Zeit einfach genießen zu können.

So sweet: Filming the scenery with his hand-made Sony "camela" (confusing the letter "r" and "l" again)
The last days my co-volunteers and I were organising the today’s farewell party for our orphange. We’re going to do a bonfire, sing and have a nice meal as well as drinks together (thanks to Friedemann!)
Sadly, our orphanage has to move because the owner decided to increase the rent and there’s no continuing financial support for this project. We still haven’t found a new home yet, but we’re visiting houses every day in cheaper districts, hoping we’ll finally find one in which the majority will fit in!















































































